Blaualgen im Teich erkennen und effektiv beseitigen
Ursachen, Gesundheitsrisiken und wirksame Gegenmaßnahmen
Steigende Wassertemperaturen, sinkende Pegelstände und ein Rückgang kälteliebender Fischarten: Der Klimawandel hat auch hierzulande Auswirkungen auf die Gewässerökologie. Längere Hitzewellen führen vielerorts zu einer stärkeren Vermehrung von Blaualgen (Cyanobakterien), nicht nur im Meer, sondern auch in Flüssen, Seen und Teichen.
Ein Befall ist dabei mehr als ein rein ästhetisches Problem. Denn die grün-bläulich gefärbten Algenblüten können ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellen. Daher ist es wichtig, Blaualgen frühzeitig zu erkennen. Je schneller der Befall identifiziert wird, desto einfacher und kostengünstiger lassen sich geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
Pflanze oder Bakterium: Was sind Blaualgen?
Lange Zeit wurden Blaualgen tatsächlich zu den Algen (Phycophyta) gezählt, obwohl es sich eigentlich um eine Gruppe der Bakterien handelt, deren Name sich vom griechischen kýanos für „blau“ ableitet.
Die blaugrüne Färbung entsteht durch das Zusammenspiel von Chlorophyll und dem blauen Farbstoff Phycocyanin. Je nach Art können Cyanobakterien auch gelblich oder bräunlich erscheinen. Als Blaualgen (oder Blaugrünbakterien) werden meist ausschließlich die Vertreter der Klasse bezeichnet, die dazu in der Lage sind, Sauerstoff zu erzeugen und Photosynthese zu betreiben.
In geringer Konzentration sind Blaualgen ein natürlicher Bestandteil eines jeden Gewässers. Zum Problem werden sie erst dann, wenn sie sich massenhaft vermehren, wie es – insbesondere im Sommer – in privaten Gartenteichen oder auch in öffentlichen Lösch- und Badeteichen oft der Fall ist.
Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier: Wie gefährlich ist der Kontakt mit Blaualgen?
Blaualgen sind nicht per se giftig, einige Arten bilden jedoch im Zuge ihrer starken Vermehrung Giftstoffe, sogenannte Cyanotoxine.
Welche Folgen der Kontakt mit Blaualgen hat, hängt in erster Linie von der jeweiligen Toxingruppe ab. Zu den bekanntesten Giftstoffen gehören Microcystin und Anatoxin-a. Microcystin wirkt vor allem leberschädigend, während Anatoxin-a das Nervensystem innerhalb weniger Minuten beeinträchtigen kann. Reichern sich Cyanotoxine im Körper an, ist zudem eine krebserregende Wirkung möglich.
Besonders gefährdet sind Kleinkinder, da sie beim Spielen häufiger Wasser schlucken und im flachen Uferbereich leichter mit Algenteppichen in Kontakt kommen.
Aber auch für Hunde besteht ein erhöhtes Risiko: Allein das Trinken von verunreinigtem Wasser oder das Ablecken des nassen Fells nach dem Bad in einem befallenen Teich oder See kann ausreichen, um schwere Vergiftungen auszulösen. Die Gifte greifen rasant das Nervensystem oder die Leber an, weshalb betroffene Tiere innerhalb weniger Minuten bis Stunden sterben können.
Symptome: Was passiert beim Kontakt mit Blaualgen?
Menschen nehmen Cyanotoxine vor allem über Hautkontakt oder durch das Verschlucken von belastetem Wasser auf. Mögliche Beschwerden sind:
- Hautreizungen, Juckreiz und Blasenbildung
- Reizungen der Schleimhäute
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Kopfschmerzen und Atemnot
Mit bloßem Auge lässt sich kaum erkennen, ob eine sichtbare Algenblüte Toxine enthält oder ob die Blaualgen-Konzentration in einem Teich, See oder offenen Gewässer unbedenklich ist. Deshalb sollte jede Blaualgenblüte als potenziell gefährlich eingestuft werden.
Spätestens wenn nach dem Kontakt ein oder mehrere der genannten Symptome auftreten, ist es ratsam, zeitnah einen Arzt aufzusuchen.
Blaualgen erkennen: Typische Merkmale des Cyanobakteriums
Egal ob heimischer Gartenteich, Badesee oder Löschteich, Blaualgen lassen sich anhand einiger charakteristischer Merkmale erkennen und mit etwas Übung leicht von anderen (echten) Algen unterscheiden:
- Farbe des Wassers: Bei einer Massenvermehrung, einer sogenannten Wasserblüte, trübt sich das Wasser stark ein und kann eine undurchsichtige, blaugrüne bis gelb-braune Färbung annehmen.
- Sichtbare Beläge: Auf Steinen, der Teichfolie, Pflanzen und Beckenwänden bildet sich ein schmieriger, schleimiger Belag. Die Färbung reicht von Dunkelgrün bis Blauschwarz. Eine seltene, aber eindeutige Erscheinungsform sind gallertartige, traubenartige Kugeln.
- Oberflächenfilm: Auf der Wasseroberfläche treiben teppichartige Ansammlungen, watteartige Schwaden oder ein schillernder Ölfilm.
- Geruch: Blaualgen können intensiv faulig riechen, ähnlich wie faule Eier oder Gülle.
- Indirekte Anzeichen: Fische kommen an die Wasseroberfläche und schnappen nach Luft. Dieses Verhalten deutet auf Sauerstoffmangel hin, der durch Blaualgen verursacht werden kann.
Treten mehrere dieser Merkmale gleichzeitig auf, besteht ein begründeter Verdacht auf einen Befall mit Blaualgen. Gewissheit schafft jedoch erst eine Untersuchung unter dem Mikroskop oder eine Laboranalyse.
Blaualgen im Teich: Ursachen identifizieren – und gezielt vermeiden
Ursache für die Entstehung von Blaualgen ist ein Nährstoffüberschuss im Wasser. Erhöhte Phosphat-, Nitrat- und Ammoniumwerte tragen maßgeblich dazu bei, dass sich Cyanobakterien ungehindert vermehren können. Teiche mit einem Phosphatgehalt von über 0,5 mg/l bieten ihnen dabei optimale Lebensbedingungen.
Insbesondere in Fischteichen gibt es eine Reihe von Nährstoffquellen, die einen Befall mit Blaualgen begünstigen:
- Ein zu hoher Fischbesatz (gemessen an der Größe des Teichs)
- Übermäßiger Eintrag von Fischfutter, das absinkt und so den Nährstoffgehalt im Teich erhöht
- Pflanzendünger aus dem umliegenden Garten bzw. – bei öffentlichen Teichen – angrenzenden Feldern oder Grünflächen
- Große Mengen an Laub und Blütenpollen
Wassertemperaturen ab etwa 25 °C, starke Sonneneinstrahlung sowie stehendes oder kaum durchmischtes Wasser fördern die übermäßige Ausbreitung von Algenblüten. Eine fehlende Umwälzung oder Belüftung kann das Problem weiter verstärken.
Cyanobakterien bekämpfen: Was hilft gegen Blaualgen im Fisch- oder Löschteich?
Regelmäßige Kontrollen der Wasserqualität können dir helfen, kritische Entwicklungen frühzeitig zu bemerken. Daher solltest du die Phosphat-, Nitrat- und Ammoniumwerte regelmäßig messen, vor allem während der Sommermonate.
Ist das Kind bereits in den Brunnen (bzw. in den Teich) gefallen, kommen verschiedene chemische oder mechanische Verfahren infrage, um die akute Belastung zu verringern und mögliche Schäden zu minimieren.
Mittel gegen Blaualgen: Sofortmaßnahmen bei starkem Befall
In besetzten (Lösch-) Teichen sollten zunächst die Fische geschützt und bei starker Ausbreitung vorübergehend in ein separates, algenfreies Becken gesetzt werden. Darüber hinaus haben sich folgende Sofortmaßnahmen bewährt:
- Blaualgen abfischen: Oben treibende Blaualgenteppiche lassen sich mit einem Kescher meist gut entfernen.
- Teichschlamm absaugen: Mulm und Schlamm am Boden sollten mit einem Teichschlammsauger beseitigt werden, da sich darin Nährstoffe befinden, die das weitere Wachstum der Cyanobakterien vorantreiben.
- Oxidationsmittel einsetzen: Bei akuter Gefahr können Präparate auf Wasserstoffperoxid-Basis die Zellwände der Bakterien zerstören und Giftstoffe im Wasser oxidieren. Derartige Mittel solltest du aber nur entsprechend der Herstellerangaben und unter Berücksichtigung des vorhandenen Tierbestands einsetzen.
Die mechanische Entfernung reduziert die sichtbare Belastung und entzieht den Blaualgen einen Teil ihrer Nährstoffgrundlage. Langfristig gilt es, die Ursachen für die Entstehung von Blaualgen zu beseitigen. Hierfür ist es in erster Linie wichtig, den (übermäßigen) Nährstoffeintrag in den Teich zu reduzieren.
Algenbekämpfung bei öffentlichen Teichen und Löschteichen
Bei öffentlichen Teichen, Löschteichen oder Badeseen kommen zu den allgemeinen Bekämpfungsmaßnahmen besondere Anforderungen hinzu.
Da Cyanobakterien starke Giftstoffe freisetzen können, sollte ein sichtbar befallener, öffentlich zugänglicher Bereich unbedingt gesperrt und beschildert werden. So lässt sich verhindern, dass Menschen und Tiere überhaupt mit dem belasteten Wasser in Kontakt kommen.
Wildtiere wie Amphibien und Enten lassen sich, anders als Fische, in der Regel nicht einfach umsiedeln. Deshalb ist es sinnvoll, betroffene Uferbereiche bei starkem Befall zu abzugrenzen und die Reinigungsmaßnahmen möglichst schonend durchzuführen. Auch die zuständigen Umwelt- und Naturschutzbehörden sollten hierbei einbezogen werden, zumal Oxidationsmittel auf Wasserstoffperoxid-Basis in öffentlichen oder gewerblich genutzten Gewässern nur nach Freigabe der zuständigen Umweltbehörde eingesetzt werden dürfen.
Langfristig fehlt Löschteichen häufig die notwendige Filter- und Umwälztechnik. Eine Tiefenbelüftung oder ein Oberflächen-Wasserumwälzer kann für mehr Wasserbewegung sorgen und dadurch das Risiko eines erneuten Blaualgenbefalls verringern.
Blaualgen effektiv beseitigen: Wann lohnt sich eine professionelle Teichreinigung?
Das Abfischen von Blaualgenteppichen und das Absaugen von Schlamm sind in Löschteichen nicht nur aus Gründen der Wasserqualität wichtig. Algenmatten und Ablagerungen können im Ernstfall die Saugkörbe oder Pumpen der Feuerwehr verstopfen und beschädigen.
Gerade bei großen oder stark verschlammten Gewässern, die über Jahre nicht gereinigt wurden, sowie bei immer wiederkehrendem Befall ist es daher ratsam, eine professionelle Teich- oder Löschteichreinigung in Anspruch zu nehmen.
Faustregel: Ab einer Schlammschicht von 10 cm, dauerhaft trübem Wasser oder starker Geruchsbildung lohnt es sich, ein fachkundiges Unternehmen mit der Bekämpfung der Blaualgen zu beauftragen.
Mit unserer langjährigen Erfahrung in der industriellen Wasserhochdruckreinigung, der Reinigung von Kläranlagen und (Lösch-) Teichen stehen wir dir gerne beratend zur Seite.


